Gewerkschaft

Jede und jeder Dritte findet eigene Miete zu hoch

Rund jede und jeder Dritte mit einer Mietwohnung in einer deutschen Großstadt hält die eigene Miete für zu hoch. 64 Prozent halten die Miete für die eigene Wohnung dagegen für angemessen, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Die Werte von Ost und West unterscheiden sich dabei kaum. Deutliche Unterschiede zeigen aber sich zwischen den Altersgruppen: Halten von den über 60-jährigen Mieterinnen und Mietern nur 17 Prozent ihre Miete für zu hoch, sind es bei den 30- bis 44-Jährigen 38 und bei den unter 30-Jährigen 44 Prozent. Insgesamt sind es 32 Prozent.

Was könnte helfen?

Die befragten Mieterinnen und Mieter wurden auch um ihre Einschätzung gebeten, wie wirkungsvoll aus ihrer Sicht bestimmte Eingriffe gegen Mietsteigerungen in Großstädten sind. Für wirkungsvoll halten viele Befragten etwa schärfere Strafen gegen Vermieter bei sogenannten Wuchermieten (89 %), eine Verschärfung der Mietpreisbremse (75 %) oder eine Begrenzung von Mieterhöhungen (67 Prozent).

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Vor einem Spitzentreffen zur Wohnungspolitik fordern DGB und Deutscher Mieterbund «mehr Tempo bei den mietrechtlichen Reformen der Bundesregierung». Am Donnerstag kommen Spitzenvertreter von Gewerkschafts- und Mieterbund in Berlin mit Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und den wohnungspolitischen Fachleuten der Bundestagsfraktionen außer der AfD zusammen, um über die Situation zu beraten.

DGB und Mieterbund fordern Regierung auf 

DGB und Mieterbund fordern, Verstöße gegen die Mietpreisbremse und Mietwucher stärker zu ahnden. Sie seien in Ballungszentren längst die Regel. So lägen in Berlin rund die Hälfte der inserierten Wohnungen über der zulässigen Miethöhe. Zu den Forderungen zählt unter anderem auch ein bundesweiter Mietenstopp. 

Die Präsidentin Deutscher Mieterbund, Melanie Weber Moritz, sagte in einer Mitteilung: «Mieten müssen wirksam begrenzt, es müssen mehr Sozialwohnungen geschaffen und Menschen vor dem Verlust ihrer Wohnung geschützt werden.» DGB-Vize Stefan Körzell ergänzte: «Zudem braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum.» Bund, Länder und Kommunen müssten dazu beitragen, ihn zu schaffen.

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