Der Insolvenzverwalter des strauchelnden Batterieherstellers Varta erwartet für das Unternehmen in den kommenden Monaten eine Investorenlösung. «Das Interesse an den technologischen Kernkompetenzen von Varta ist im Markt unverändert vorhanden», teilte Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor in Ellwangen mit. Es werde ein erfolgreicher Abschluss des Verkaufsprozesses noch in den kommenden Monaten angestrebt. Ob es sich bei den Interessenten um Finanzinvestoren oder auch Industrieunternehmen handele, konnte ein Sprecher von Wahl nicht beantworten.
Der Insolvenzverwalter sagte, dass das klare Ziel des Verfahrens sei, eine zukunftssichere Fortführungslösung zu erarbeiten, die den Erhalt des Unternehmens sichere. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Ellwangen hatte Mitte Juli nach eigenen Angaben zunächst für die Varta AG als Konzernmuttergesellschaft sowie drei weitere Einheiten einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Der Geschäftsbereich mit den Haushaltsbatterien, den wichtige Geldgeber aus dem Konzern herauslösen wollten, ist davon nicht betroffen gewesen. Zunächst befanden sich die vier Einheiten im klassischen vorläufigen Insolvenzverfahren.
Standort Nördlingen wird wie geplant geschlossen
Nun eröffnete das Amtsgericht Stuttgart am 1. Oktober die Insolvenzverfahren über die vier betroffenen Gesellschaften. Wahl sagte weiter, dank des großen Einsatzes aller Beteiligten habe der Geschäftsbetrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens stabilisiert werden können. Das sei eine gute Ausgangsbasis für die weitere Sanierung. Bei den vier von der Insolvenz betroffenen Unternehmen arbeiteten Wahls Angaben zufolge circa 2.300 Menschen.
Während an den Standorten der Geschäftsbetrieb stabilisiert wurde, gibt es laut dem Insolvenzverwalter für einen Teilbereich eine unumkehrbare Entscheidung: Für die Varta Microbattery bleibe es wegen des Wegfalls des bedeutendsten Kunden bei dem bereits im Frühjahr beschlossenen Produktionsaus für die Fabrik im bayerischen Nördlingen. Dieser Schritt werde wie geplant umgesetzt. Hier verlieren jetzt rund 350 Menschen ihren Arbeitsplatz. Die Schließung wurde bereits Mitte Mai angekündigt. Dem Vernehmen nach will der Großkunde, der sich nun zurückzieht, seine Batterien der neuen Generation künftig aus China beziehen.
